2018: «Altweiberfrühling», Komödie von Stefan Vögel nach dem Drehbuch des Films «Herbstzeitlosen»

Altweiberfrühling, freiesTheater Therwil

Der Dorfladen in einem ungenannten Dorf läuft nur noch schlecht. Nun stirbt der Inhaber und die Witwe fühlt sich nicht mehr imstande, das Geschäft weiterzuführen. Ihre drei Freundinnen versuchen sie aus ihrer Niedergeschlagenheit zu befreien. Aber sowohl der Pfarrer als auch der Gemeindepräsident haben schon ein Auge auf die Geschäftsräumlichkeiten geworfen. Als die Witwe als ehemalige Dessous-Schneiderin beabsichtigt einen Unterwäscheladen zu eröffnen, bricht ein verzwickter Interessenskonflikt aus.

Der Film «Die Herbstzeitlosen» war vor einigen Jahren ein grosser Kinoerfolg. Die faszinierende, auch etwas märchenhaft gezeichnete Geschichte der vier alten Frauen, die versuchen ihrem Leben nochmals eine Wendung zu geben und es selber in den Händen zu behalten, hat viele humorvolle Momente aber auch menschlich berührende. Die Bühnenfassung versucht diesen Charme zu bewahren.

Regie: Dalit Bloch

Ensemble/Besetzung
Martha Jost, Ladenbesitzerin: Claudia Reinhardt
Walter Jost, Pfarrer, ihr Sohn: Christian Friedli
Lisi Bigler, Marthas Freundin: Gordana Schwizer
Shirley Bigler, Lisis Tochter: Dominique Renz
Therese Eggenschwyler, Marthas Freundin: Norina Molina-Gerwig
Hanni Bieri, Marthas Freundin: Gabrielle Räfle
Fritz Bieri, Hannis Sohn, Gemeindepräsident: Markus Spillmann
Bettina Bieri, Fritz' Tochter: Smadar Goldberger

Statisten als Dorfbewohner, Senioren, Bibelgruppe, Jodelchor:
Ensemble Freies Theater Therwil

Regie: Dalit Bloch
Regieassistenz: Dominique Renz / Eva Gisler
Bühne: Kurt Walter, Andres Jost
Kostüme: Cornelia Peter
Musikdesign: Michael Studer
Stimme Radio: Daniel Buser
Lichtdesign und Abendtechnik: Minna Heikkilä
Grafik: Kurt Walter
Maske & Haare: Christina Spaar
Produktionsleitung: Andres Jost

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Video von den Proben zu «Altweiberfrühling», Freies Theater Therwil

Unter der Leitung von Dalit Bloch spielt das Ensemble «Freies Theater Therwil» die Komödie von Stefan Vögel nach dem Drehbuch des Films «DIE HERBSTZEITLOSEN». regiotvplus 18-KW-15

Video auf Youtube

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Fotos: Janick Zebrowski

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BiBo vom 29. März 2018: Der Frühling naht, auch für die alten Weiber

BiBo vom 29. März 2018: Der Frühling naht, auch für die alten Weiber

Am vorletzten Samstag wurde den Gemeindevertretern, der Presse und weiteren eingeladenen Gästen des Theatervereins wieder Einblick in die Probearbeit gegeben. Nach der Begrüssung durch den Vereinspräsidenten Christian Friedli überbrachte die Kulturministerin des Gemeinderats Therwil, Virginie Villinger, die besten Wünsche der Behörde und der Verwaltung.

Das Freie Theater Therwil folgt seinem Prinzip, immer wieder ein anderes Genre auf die Bühne zu bringen. Im vergangenen Jahr wurde mit «Das Weite suchen» ein eher ernstes Thema aufgegriffen – das Publikum war begeistert (BiBo berichtete ausführlich). Und so wird demnächst im April die Komödie «Altweiberfrühling» sicherlich Theaterfreunde aus der ganzen Region in die Mehrzweckhalle nach Therwil locken.

Der Titel ist wohl nicht so bekannt wie der Inhalt, nämlich jener des dritterfolgreichsten Schweizer Films aller Zeiten «Die Herbstzeitlosen». Altweiberfrühling ist die Bühnenadaption von Stefan Vögel in der schweizerdeutschen Bearbeitung von Stefan Huber. Zum Stück selber muss darum wohl nichts mehr gesagt werden, ausser – schreibt die Senioren nicht ab. Das Haar ist vielleicht grau geworden. Aber sonst können sie es ziemlich bunt treiben! 

Die Regisseurin Dalit Bloch führte die Anwesenden in die besondere Inszenierung des Stücks ein. Besonders heisst aber nicht gewöhnungsbedürftig. Das Besondere an dieser Aufführung liegt darin, dass die Seniorinnen von Frauen gespielt werden, die eigentlich deren Töchter sein könnten. Im gleichen Alter sind die zwei Schauspieler in den Rollen der Söhne von zweien der alten Damen. Dass dieser Widerspruch ohne den bemühten Einsatz von Schminke trotzdem glaubhaft inszeniert werden kann, davon konnten sich die Besucher des Probeapéros selber überzeugen. Dalit Bloch hat mit den gezeigten Szenen nicht alles, jedoch genug verraten, um bei den Gästen die Neugier und die Vorfreude auf die Première zu wecken. 

Diese findet am Freitag, 13. April, um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle in Therwil statt. Wir sind sicher, dass unsere Leserschaft garantiert eine der acht Vorstellungen besuchen wird. Der Vorverkauf hat am 26. März bereits begonnen. Sie können Ihre Tickets via Homepage www.freiestheater-therwil.ch reservieren oder im Direktverkauf in der Dorf-Drogerie Eichenberger beziehen.

Georges Küng

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BiBo vom 19. April 2018: Erinnerungen an die 68er-Jahre …

Erinnerungen an die 68er-Jahre …

Just zum 50. Jahrestag des 68er-Sommers bringt das Freie Theater Therwil (FTT) ein Stück («Der Frühling naht, auch für die alten Weiber») auf die Bühne der Mehrzweckhalle, welches den rebellischen Geist jener Generation gut widerspiegelt. 

Der BiBo hat im Vorfeld über dieses Werk berichtet – und auch in seiner letzten Ausgabe mit dem Artikel «Kultur im Dorf» seine Leserschaft ermuntert, zumindest eine der acht Vorführungen zu besuchen. Und die ersten drei Aufführungen haben gezeigt, dass die Regisseurin Dalit Bloch und die hervorragenden Schauspielerinnen und Schauspieler die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern weit übertreffen.

Am letzten Freitag, bei der Première, waren gegen 100 Zuschauer in der Halle. Laut Andres Jost (Produktionsleiter) war dies die bestbesuchteste Ouvertüre, seitdem das FTT im Jahre 2010 gegründet worden ist. Am Samtag waren es bereits 140 Besucherinnen und Besucher, auch dies ist ein Rekord. Und das Ensemble wurde dreimal (!) herausgeklatscht – auch das ist ein Novum, zumindest die Anzahl der «Zugaben». Und auch sonntags war die Vorstellung sehr gut besucht und stand dem Match FC Basel – FC Lausanne-Sport in qualitativer Sicht in nichts nach. Milde ausgedrückt …

An diesem Wochenende, ab morgen Freitag, finden die 4., 5. und 6. Vorstellung (freitags und am Samstag jeweils um 20 Uhr; am Sonntag bereits um 18 Uhr) statt. Wir sind sicher, dass bereits viele, sehr viele den Weg nach «Därwil» finden werden. Denn das Werk hat, wiewohl gut 100 Jahre alt, nichts an Aktualität verloren. Es tut unserer Gesellschaft auch heute gut, vieles zu hinterfragen. Wir wollen hier nicht zum «Aufstand gegen das Etablissement respektive die Classe politique» aufrufen – aber ein wenig mehr Ursachenforschung denn Symptombekämpfung tut gut. Oder wie es Christian Friedli, der engagierte, umsichtige Präsident des FTT sagt: «In unserem Werk sind es jedoch nicht die Jungen, sondern Grossmütter, welche aufstehen/sich erheben. Und alle Versuche, sie in die Schranken zu weisen, scheitern an ihrem hartnäckigen Widerstand. Denn für einmal sind die Ewiggestrigen nicht die Alten, sondern deren Söhne – der Generationenkonflikt ist für einmal umgekehrt».

Georges Küng

Bildlegende:
In diesem Wochenende finden drei weitere Aufführungen des Werkes «Der Frühling naht, auch für die alten Weiber» in der Mehrzweckhalle statt. Ein kritisches Stück, das hinterfragt, fasziniert, packt – und vielleicht sogar dezent frivol-erotisch daherkommt …

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